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Welche Spätfolgen haben Kinder und Jugendliche, deren Krebsbehandlung erfolgreich therapiert werden konnte, im Erwachsenenalter und wie können diese gelindert oder vermieden werden? Dies ist das Forschungsthema der schweizerischen Kinderkrebs-Überlebenden-Studie.
Innerhalb eines halben Jahrhunderts ist Krebs im Kindes- und Jugendalter von einer fast immer tödlich verlaufenden zu einer sehr häufig heilbaren Erkrankung geworden. Rund 80% der Krebserkrankungen bei Kindern können heute erfolgreich und nachhaltig behandelt werden. Doch welche Spätfolgen zeigen sich bei den Betroffenen durch die erfolgreichen Therapien? Und wie können diese erkannt und gemieden oder wenigstens gelindert werden?
Fragen wie diese werden in der Langzeitstudie «Swiss Childhood Cancer Survivor Study» (SCCSS) erforscht, die das Schweizer Kinderkrebsregister (SKR) und die Schweizerische Pädiatrische Onkologiegruppe (SPOG) am Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern seit mehreren Jahren durchführen. Ziel der Studie ist es herauszufinden, wie es ehemaligen Kinderkrebspatientinnen und -patienten in der Schweiz geht. Mögliche Spätfolgen sollen möglichst früh erkannt und angegangen werden, um künftige Behandlungen und Nachsorgeuntersuchungen laufend zu verbessern.
PD Dr. med. Nicolas von der Weid, stellvertretender Chefarzt für Kinderonkologie am Lausanner Universitätsspital CHUV erforscht beispielsweise, ob ehemalige Krebspatientinnen und -patienten im Erwachsenenalter häufiger bzw. stärker an psychologischen Problemen leiden als Kinder und Jugendliche, die nie an einer Krebserkrankung gelitten haben. Seine Forschungsgruppe untersucht weiter, ob ehemalige Patienten mehr schulische Probleme aufweisen oder einen niedrigeren Ausbildungsgrad erreichen. Oder ob sich der Kosum von Alkohol, Zigaretten und Drogen, ihre Alltags- und sportlichen Aktivitäten sowie ihre Arztbesuche signifikant unterscheiden von der Normalbevölkerung. «Unser Ziel ist, Langzeitfolgen möglichst frühzeitig zu erkennen, um rasch einzugreifen und die Lebensqualität von ehemaligen Patientinnen und Patienten langfristig zu verbessern», fasst der Projektverantwortliche PD Dr. med. Nicolas von der Weid den Inhalt der schweizerischen Kinderkrebs-Überlebenden-Studie zusammen.
Diese Studie ist sowohl für Kinderonkologen als auch ihre Patienten von grosser Bedeutung. Sie zeigt auf, welche Langzeitprobleme auftreten können, ist in der Lage, Risikofaktoren für negative persönliche gesundheitliche Entwicklungen herauszufinden, und wird hoffentlich auch die positiven Konsequenzen der aktuell feinfühliger adaptierbaren Krebstherapie in den kommenden Jahren zeigen können. Darüber hinaus liefert sie dringend benötigte grundsätzliche Informationen zu Fragen der Transition von der pädiatrischen in die Erwachsenen-Medizin und zum Angebot an Langzeitnachsorge für Menschen, die als Kinder und Jugendliche an Krebs erkrankt waren.
Bild: © KLS
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Marc Freudweiler